Unser Besuch bei den Kühen auf dem Karlshof

Wo kommt eigentlich meine Milch her?

Als Kind habe ich es geliebt bei meiner Oma auf dem Dorf zu sein. Meine Oma selbst hatte ein paar Schweine und Hühner. In der Mitte des Hofes war ein riesiger Misthaufen. Es gab Schuppen voller Stroh und Heu. Der Nachbar hatte Pferde, die er auf dem Hof einsetzte und einen Kuhstall. Wir sind in den Scheunen rumgeklettert, haben Oma geholfen die Schweine und Hühner zu füttern und haben heimlich in den Kuhstall gelunst. Es war für uns das natürlichste der Welt so mit den Tieren aufzuwachsen.

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Früher (Oh man, bin ich wirklich schon so alt, dass ich dieses Wort benutze?) waren Dörfer tatsächlich noch ländlich und Landwirtschaft und Viehzucht haben das Bild der Dörfer geprägt. Hier bei uns in der Region gibt es zwar noch viel Landwirtschaft, aber kaum Viehzucht. In den umliegenden Dörfern sind die Milchbauern verschwunden und nur mit viel Glück haben wir nur eine Straße weiter noch einen ehemaligen Bauern mit Hühnern. Ich finde, die Dörfer sind irgendwie “städtischer” geworden. Wisst ihr, was ich meine?

Es ist schon erschreckend, dass die Antwort vieler Kinder, wo denn die Milch herkommt “aus dem Supermarkt” ist. Aber wundert es? Wann sehen unsere Kinder denn mal noch eine richtige Kuh? Und selbst, wenn sie hier und da mal eine Kuh auf einer Weide sehen, wissen sie noch längst nicht, wie das mit der Milch funktioniert. Nun ist es nicht jedem vergönnt, dass er die Ferien mit den Kindern auf einem Bauernhof verbringen und so den Kindern einen Einblick geben kann, wo die Milch her kommt oder gar wie aus ihr Käse und Joghurt entstehen.

Aber es gibt eine tolle Alternative zum Bauernhofurlaub: Der Karlshof in Roßdorf (Hessen). Und das Tolle: Es reicht ein Nachmittag und es kostet nur die Milch, die ihr vielleicht probieren wollt. Kommt mit, wir geben euch einen kleinen Einblick in diesen wundervollen Bauernhof:

Hereinspaziert: Der Karlshof

Bevor es los geht, muss ich euch unbedingt noch warnen: Schaut den kleinen Kälbern auf keinen Fall in die Augen! Streichelt auf keinen Fall über ihr samtiges Fell! Es besteht die Gefahr, dass ihr euch verliebt! Nein, im Ernst: Wir haben den Hof schon vor zwei Jahren entdeckt und sind jedes Mal wieder verliebt in die wundervollen Augen der Kühe und würden am liebsten gar nicht mehr aufhören, sie zu streicheln. Es sind aber auch wirklich sehr schöne und gepflegte Tiere. Keines der Tiere ist verdreckt oder sieht kränklich aus.

Genau das zeichnet den Karlshof aus: Er legt größten Wert darauf, dass die Kühe trotz Stallhaltung tiergerecht leben. Die Stelle sind so groß, dass die Tiere sich frei bewegen können. Keine muss im Dreck rumliegen oder einem engen Gehege stehen. Große, offene Fenster spenden reichlich Tageslicht und frische Luft. Die Ställe sind sauber, mit frischem Stroh ausgelegt und reichlich Futter steht den Tieren zur Verfügung. Aber schaut selbst:

Die Kälberiglus - die Neugeborenen-Station der Kälbchen

Das Schönste kommt gleich zu Beginn: Die Kälbchen – gerade mal wenige Tage alt. Sie sind in sogenannten Kälberiglus untergebracht. Vor zwei Jahren konnte man die Kälbchen noch aus nächster Nähe sehen. Aber wie es leider immer so ist, führt das Fehlverhalten Einiger zu Konsequenzen für alle. So verhindet inzwischen eine Kette, dass man zu nah an die Kleinen herankommt. Süß sind sie aber trotzdem! Besonders süß ist es, wenn eines der Kleinen gerade trinkt und dabei noch ganz wacklig auf den Beinen ist.

Wusstet ihr, dass ein Kälbchen bei der Geburt zwischen 30 und 60 kg wiegt und während der ersten zwei Wochen täglich bis zu 8 Liter Milch trinken?

Karlshof Roßdorf - Hessen - Kälberiglus - Kälber 0-2 Wochen

Der Kälberstall - der Kindergarten für die Kälbchen

Der Kälberstall ist quasi der Kindergarten der Kälbchen. Hier leben die Kälber in kleinen Gruppen von maximal 20 Tieren. Sie wiegen inzwischen 60 bis 120 kg und erhalten nun ergänzend zur Milch auch Futter und Wasser. Wie es sich für richtige “Kinder” gehört, sind sie neugierig und probieren mit ihrer Zunge alles, was ihnen zu nahe kommt…

Karlshof Roßdorf - Hessen - Kälberstall - Kälber 2-12 Wochen

Der Jungviehstall - aus Kindern werden Jugendliche

Weiter geht es in den Jungtierstall. Hier werden die Kühe in unterschiedlichen “Gewichtsklassen” zusammen. Die Jungrinder von 200 bis 300 kg werden noch immer im offenen Stall gehalten. Ab einem Gewicht von 350 bis 400 kg werden die weiblichen Nachkommen in einem Boxenlaufstall gehalten. Diese sind in drei Bereiche unterteilt:

(1) Liegeboxen zum ungestörten Ausruhen

(2) Laufgang zur freien Bewegung und der Pflege sozialer Kontakte

(3) Futtertisch zur freien Futteraufnahme.

In einem anderen Stallteil sind die Bullen untergebracht. Sehr imposante Gestalten!

Karlshof Roßdorf - Hessen - Jungviehstall - Kälber 3-14 Monate

Der Kuhstall - wenn die Milchkühe erwachsen sind

Sind die Milchkühe dann ausgewachsen, ziehen sie in den Kuhstall um. Dort leben sie auch wieder in einem Boxenlaufstall – nur eine Nummer größer. Sie haben jederzeit Zugang zu frischem Wasser und Futter, können sich unter automatischen Kuhbürsten den Rücken graulen lassen und haben jede Menge Liegefläche aus Stroh. Ehrlich, in diesem Stall sieht keine Kuh unglücklich und gequält aus. Ich glaube, schöner kann es nur noch auf einer saftigen Weide sein.

Wusstet ihr übrigens, dass eine ausgewachsene Kuh jeden Tag ca. 50 kg Futter frisst und 100 l Wasser trinkt? Eine ganze Menge, oder?

Karlshof Roßdorf - Hessen - Kuhstall

Das Milchkarussell - die Antwort, woher die Milch kommt

Jede Kuh verbringt pro Tag 2 x 10 Minuten im Milchkarussel. Während sie morgens und abends eine Runde auf dem Milchkarussel verbringt, gibt sie ca. 15 Liter Milch. Das macht durchschnittlich 30 Liter pro Kuh täglich. Die Milch wird in einem großen Milchtank sofort auf 4 Grad gekühlt, bevor sie dann von der Molkerei zweimal pro Woche abgeholt wird.

Karlshof Roßdorf - Hessen - Melkkarussell

Einen Teil der Milch könnt ihr natürlich auch direkt am Hof für den privaten Gebrauch kaufen. Von der Verbraucherzentrale wird empfohlen, dass ihr die Milch zu Hause abkocht. Es reicht dazu, dass ihr die Milch einmal kurz aufkocht. Unsere Kleine hat die Milch quasi verschlungen und gefordert, dass wir unsere Milch jetzt regelmäßig dort holen.

Außerdem konnten die Kinder sich selbst mal am Melken probieren. Natürlich nicht an echten Kühen und mit frischer Milch – die wäre einfach zu schade dafür. Aber Spaß hatten sie dabei auf alle Fälle…

Der Reha-Stall - das Krankenhaus der Kühe

Auch im besten Kuhstall wird mal ein Tier krank oder braucht einfach Erholung. Auf dem Karlshof gibt es dafür den Reha-Stall. Hier bekommen die Kühe noch mehr Aufmerksamkeit und werden beim Melken betreut.

Direkt neben dem Reha-Stall gibt es die Abkalbestall. Hier werden die hochtragenden Kühe ca. 1-3 Tage vor der Geburt der Kälber gebracht. So können sie unter Aufsicht ihre Kälber gebären, ihnen kann bei Bedarf bei der Geburt geholfen werden und sie können in Ruhe das Neugeborene versorgen. Nach der ersten Milch – der Biestmilch – wird das Kalb in die Kälberiglu gebracht.

Und hier schließt sich der Kreis und damit auch unser Rundgang über den Karlshof. Wir finden den Karlshof einfach perfekt, um Kindern zu zeigen, wo die Milch herkommt. Für den Karlshof ist Nachhaltigkeit nicht nur eine Worthülse ist und er gewährt ganz transparent überall Einblicke. Für uns das perfekte Ausflugsziel für Familien.

Karlshof Roßdorf - Hessen - Reha-Stall

Noch mehr vom Karlshof

Ihr möchtet noch mehr vom Karlshof erfahren, bevor ihr euch auf den Weg dorthin macht? Dann werft doch mal einen Blick auf die wunscherschöne und informative Website des Hofes. Hier findet ihr allerlei Informationen zum Karlshof und seiner Einstellung zum Thema Nachhaltigkeit. Wenn ihr dann noch immer nicht überzeugt seid, schaut euch das Video vom Karlshof an:

Und, seid ihr schon auf dem Sprung zum Karlshof? Dann wünschen wir euch dort viel Spaß!

Herzlichst, eure Doreen

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